Geboren wird Caspar David Friedrich im Jahr 1774 in Greifswald als sechstes von zehn Kindern einer Handwerkerfamilie. Nach einem Studium an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen zieht Friedrich im Alter von 24 Jahren nach Dresden, das zu dieser Zeit mit seiner bedeutenden Akademie ein europäisches Kunstmekka ist. Für Friedrich, der die größte Zeit seines Lebens in Dresden verbrachte, war die nahe Felsenwelt der Sächsischen Schweiz Sehnsuchtsort, Inspiration und Zuflucht in einer aus den Fugen geratenen Welt.
Es sind bewegte Tage – politisch, sozial, religiös, kulturell. Die Industrialisierung ändert die Lebensumstände der Menschen rasant, die Aufklärung das Weltbild. Napoleon trägt mit seinen Truppen das Grauen der Französischen Revolution weit in den europäischen Raum hinein. Als Reaktion auf den neuen Rationalismus der Zeit entsteht eine neue künstlerische Strömung: die Romantik. Hinwendung zur Natur, Suche nach dem Metaphysischen, Introspektion, Untersuchung ästhetischer Prinzipien: Das sind einige der Kennzeichen der neuen Kunst. Dresden wird dafür ein bedeutendes Zentrum und Caspar David Friedrich einer der wichtigsten Vertreter.