Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 84

Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
JUNGBRUNNEN
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2. Stärkung der Muskeln:
Beim Wandern werden jene Muskelgruppen aktiviert, die wir im Alltag immer
weniger benutzen. Das sind vor allem die Muskeln der Oberschenkel-Vorder-
seite, im Gesäß sowie die Hüftspreizer. »Wer berghoch wandert, tut diesen
Muskelgruppen etwas Gutes. Das ist zwar muskulär anstrengend, aber ge-
lenkschonend. Bergab hingegen werden die Knie stärker belastet«, sagt
Sporttherapeut Fercho.
7. Geistige Belebung:
Studien belegen, dass Naturkontakte den Geist anregen. Rainer Brämer ar-
gumentiert: »Geistesgrößen aller Zeiten sind als bekennende Geher bekannt:
Angefangen von Aristoteles und Seneca über Goethe, Kant, Rousseau, Scho-
penhauer und Kierkegaard bis Mozart und Beethoven. Goethe fasste seine
Erfahrungen in dem Satz: ›Die besten Gedanken kommen mir beim Wandern‹
zusammen.«
3. Stärkung der Atemorgane:
Durch regelmäßiges Wandern vergrößern sich die Lungenvitalkapazität und
das Atemzugvolumen, dies hat eine bessere Durchblutung der Lunge und eine
geringere Atemfrequenz zur Folge.
4. Stressabbau durch »shinrin-yoku«:
Neben positiven Wirkungen für Atemwege und Gelenke weisen Wissenschaftler
positive Effekte auf die Psyche nach. Dazu zählt der Abbau von Stress und des
Stresshormons Kortisol. Aus Japan schwappt ein neuer Trend nach Europa:
»shinrin-yoku«. Ins Deutsche übertragen, bedeutet der Begriff so viel wie
»Baden in Waldluft«. Den Verfechtern geht es um Zeit für Einfachheit und
Stille. Beim Wandern im Wald soll der Mensch den Vögeln zuhören, Bächen
lauschen und die verschiedenen Düfte des Waldes wahrnehmen – ohne Ka-
mera, Handy und Unterhaltungen in der Gruppe. In Japan wird shinrin-yoku
seit den 1980er Jahren praktiziert. Japanische Forscher gehen von einer the-
rapeutischen Wirkung des Waldes auf die Sinnesorgane aus und berufen sich
dabei zum Beispiel auf die Kneipptherapie. Bereits 15 Minuten Wandern im
Wald nach den Prämissen von shinrin-yoku sollen den Blutdruck sowie das
Stressniveau reduzieren und die Konzentrationsfähigkeit stärken.
5. Mehr Selbstwertgefühl:
Wer wandert, hat meist ein festes Ziel vor Augen: der Gipfel mit einem gran-
diosen Ausblick, eine stille Waldlichtung oder die Berghütte mit Platz für eine
gemütliche Rast. »Beim Wandern wird meist ein Ziel erreicht, man hat etwas
geschafft und ist stolz darauf. Das steigert das Selbstwertgefühl«, sagt Toni
Fercho.
6. Verbesserung der Stimmungslage:
»Langandauerndes Gehen verstärkt die Produktion körpereigener Hormone
und Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin. Damit verbunden sind Gefühle
des Wohlbefindens, negative Stimmungen werden reduziert«, erklärt der Na-
tursoziologe Rainer Brämer in seiner »Gesundheitsstudie Wandern« (2007).
Der Gründer des ersten wissenschaftlichen Wanderinstituts der Welt in Marburg
ist Autor zahlreicher Studien zum gesundheitlichen Nutzen des Wanderns.
Insider nennen Brämer den »Wanderpapst«.
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Fotos: Sebastian Thiel/TVSSW
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