Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 49

Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
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BEWEGUNG
Schweiz haben etwas mit Bergsport zu tun. über
die Hälfte aller Notrufe betreffen mittlerweile Wan-
derer. Auch verunglückte Radfahrer retten wir.
Wie viele Einsätze absolviert die
Bergwacht Sächsische Schweiz im Jahr?
Was sind die häufigsten Anlässe?
In den 35 Dienstwochen in der Saison haben wir
insgesamt etwa 70 Einsätze – 30 in der Woche, 40 an
Wochenenden. Oft werden wir zu Wanderern geru-
fen, die Anspruch und Länge des Weges unter-
schätzt haben. Die Hintere Sächsische Schweiz ist
wunderschön, aber auch sehr weitläufig. Was auf
dem Papier wie eine Dreistundentour aussieht,
kann sich schnell als Tagesprogramm entpuppen.
Manche bekommen Kreislaufprobleme, weil sie zu
wenig Wasser mitgenommen haben. Andere ver-
gessen ihre Medikamente. Auch Knochenbrüche
durch Ausrutschen oder Stolpern sind häufig. Es
kommt zudem immer wieder vor, dass sich Wande-
rer verirren.
Auch bei den Kletterern, die wir rettenmüssen, ist
häufig Selbstüberschätzung und mangelnde Er-
fahrung im Spiel – insbesondere bei ambitionierten
Gelegenheitskletterern, die sich in den mittleren
Schwierigkeitsgraden bewegen. Man kennt den
Weg nicht gut genug, die Kraft reicht nicht bis zum
Ende und es kommt zum Sturz. Aber auch routinier-
ten und erfahrenen Kletterern passieren Fehler.
Radfahrer, die wir retten, haben sich nicht
selten auf Wege begeben, die nicht für Radfahrer
genehmigt und oft zu gefährlich sind. Auch aus
Sicherheitsgründen ist es also ratsam, auf offi-
ziellen Routen zu bleiben.
Tipps der Bergwacht
Gut informieren
In den Hotels, Herbergen, Touristinformationen
gibt es Informationen und Leute, die die Region
gut kennen und helfen können, den Anspruch der
geplanten Tour richtig einzuschätzen.
Wanderkarte einpacken
Auch wenn die Sächsische Schweiz gut ausgeschildert
ist: Eine Wanderkarte sollte mit.
Richtig kleiden
Das Schuhwerk muss Trittsicherheit bieten.
Auch ein Regenschutz gehört ins Gepäck.
Sicherheit beim Wandern
Hat sich die Zahl und Art
der Einsätze im Vergleich zu
früher verändert?
Nicht wesentlich. Es gibt aber eine Verlagerung
vom Wochenende auf die Wochentage. Wir haben
es heute mit einer sehr aktiven Seniorengenerati-
on zu tun, die auch in der Woche wandert, klettert
und radelt. Die Zahl der Wanderunfälle ist leicht
gestiegen. Dafür registrieren wir weniger Kletter-
unfälle.
Was wünschen Sie sich für die
Sächsische Bergwacht?
Dass sich weiterhin junge Menschen für die Arbeit
der Bergwacht interessieren und hier einsteigen.
Von der Politik mehr Anerkennung und Unterstüt-
zung für unsere Arbeit, vor allem eine bessere, der
Wichtigkeit unserer Aufgabe entsprechende Grund-
finanzierung.
Was muss jemand mitbringen,
der selbst Bergretter werden möchte?
An wen kann er sich wenden?
Interessenten sollten sportlich und einigermaßen
höhentauglich sein, in der Freizeit möglichst Ski
fahren oder klettern. Sie sollten bereit sein für eine
umfangreiche medizinische und rettungstechni-
sche Ausbildung. Wer bei der Bergwacht mitmachen
möchte, kann sich an mich als Landeskoordinator
oder an eine der regionalen Bergwachtgruppen
wenden. Alle Kontakte stehen auf unserer Inter-
netseite
Verpflegung
Genügend Flüssigkeit mitnehmen und einen
kleinen Notproviant.
Akku laden und schonen
Der Akku vom Telefon sollte gut geladen
sein und unterwegs nicht durch Unwesentliches
(Kurznachrichten, Internet …) strapaziert
werden.
Abmelden
Man sollte in der Unterkunft möglichst sein Ziel
und die geplante Rückkehrzeit hinterlassen.
amtler während der Woche übernehmen – parallel
zu ihrem Hauptberuf. Man denkt bei Bergwacht an
die Rettung von Bergsteigern. Nur noch etwa ein
Viertel der Bergwachteinsätze in der Sächsischen
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