Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 44

Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
BEWEGUNG
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Berg-und-Tal-Freuden um Hohnstein
E
-Bikes wollt ihr euch ausleihen? Naja,
wenn man über 40 ist …«. Meine Freun-
din grinst und ich schaue herausfor-
dernd zurück. Immer diese Vorurteile!
Auch mit Elektrofahrrädern lässt es sich gut
schwitzen. »Man muss sich dafür nur die entspre-
chende Strecke aussuchen oder den Ehrgeiz ent-
wickeln, möglichst wenig Unterstützung zu nut-
zen«, erwidere ich. Das bessere Argument fällt mir
erst während der Fahrt ein: Allein die Gewissheit,
Anstiege mit Anschub hinaufstrampeln zu können,
bringt Strecken auf den Plan, die man sonst – zu-
mindest an einem heißen Sommertag, wie heute
– als »zu anstrengend« abgewählt hätte. Meinen
ebenfalls skeptischen Ehegatten konnte ich trotz-
dem überzeugen mitzukommen.
Hohnstein ist ein guter Ausgangspunkt für ber-
gige Touren. Die Kleinstadt mit Burg liegt auf einer
Hochfläche am Rand des Nationalparks Sächsi-
sche Schweiz. Vermutlich wurde die Burg um 1200
als böhmische Grenzfeste errichtet und thront bis
heute 140 Meter über dem Polenztal.
Die Touristinformation liegt unterhalb der Burg
– und verleiht E-Bikes. Dort beginnt unsere insge-
samt 35 Kilometer lange Tour. 700 Höhenmeter
inklusive. Obwohl Hohnstein schon auf dem Berg
liegt, radeln wir zu Tourbeginn weiter aufwärts und
am Freibad vorbei. Wir beschließen, nach der Tour
dort Abkühlung zu suchen. Vorerst aber strampeln
wir in Richtung Gossdorf. Die Aussicht ist wunderbar.
Die Sonne strahlt. Wir erspähen den Zirkelstein.
Zeit für ein erstes Foto.
In Goßdorf drängt sich eine Reihe kleiner Schutz-
hütten am Straßenrand, jede mit landwirtschaft-
lichen Geräten bestückt. Die dazu passenden In-
fotafeln erinnern daran, dass die Flächen ringsum
intensiv bewirtschaftet wurden. Von Weitem hört
man Kinder im Wasser planschen. Ja, auch Goss-
dorf will uns mit einem Schwimmbad locken. Wir
widerstehen.
Die Akkus unserer Räder haben wir bisher nur
mäßig beansprucht und das bleibt auch so, denn
nun geht es steil bergab durch den Wald nach
Kohlmühle. Wir staunen über das große Backstein-
gebäude, welches unvermutet vor uns auftaucht.
Ein Anwohner erklärt uns, dass es sich um das denk-
malgeschützte, ehemalige Linoleumwerk handelt.
Am Sebnitzbach biegen wir rechts ab und folgen
den Gleisen der Nationalparkbahn Sächsische-Böh-
mische-Schweiz, die Bad Schandau und Sebnitz
mit Dolní Poustevna (Niedereinsiedel) in Tschechien
verbindet.
Wir erreichen Porschdorf, queren die Straße
und folgen einem anderen Flüsslein. Hier beginnt
die Kernzone des Nationalparks. Dieses Gebiet ist
besonders geschützt, das Radfahren nur auf eini-
gen, extra beschilderten Routen erlaubt. Die Polenz
plätschert unbeschwert. Die Wiesen längs des
Bächleins leuchten in sonnigem Gelb. Ein Blick ins
Internet verrät, dass es sich bei dem prächtigen
Blütenmeer um den schlitzblättrigen Sonnenhut
handelt. Ursprünglich als Zierpflanze aus Nord-
FAHRRADTOUR
Viele der abwechslungsreichsten, also bergigen Strecken im Elbsandsteingebirge bleiben dem genussorientierten
Gelegenheitsradler normalerweise verborgen. Seit es in der Region Elektrofahrrad-Verleihstationen gibt, schrecken
Höhenmeter jedoch nicht mehr. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten.
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Foto: Bernd Grundmann
Foto: Bernd Grundmann
Basteiaussicht
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