Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 37

Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
35
BEWEGUNG
Links: Neumannmühle
Unten: Blick vom Weifberg in Hinterhermsdorf
Obere Schleuse
Niedere Schleuse
Mühlenromantik
im Kirnitzschtal
KIRNITZScHTAL
Von Mühle zu Mühle auf den Spuren des Holzes durch das schönste Tal
der Hinteren Sächsischen Schweiz: Naturerlebnis und Technikgeschichte
ergeben zwei spannende Tageswanderungen.
D
er glasklare Gebirgsbach Kirnitzsch
entspringt zwischen Studánka (Schön-
born) und Krásná Lípa (Schönlinde)
in Tschechien. Nach 36 Kilometern
mündet er bei Bad Schandau in die Elbe. Aufgrund
der Unzugänglichkeit der Hinteren Sächsischen
Schweiz war er einst ein wichtiger Transportweg.
Seit dem späten Mittelalter wurden darauf in den
Wäldern geschlagene Hölzer an die Elbe geflößt.
Im 16. Jahrhundert entstanden hier die ersten Floß-
anlagen.
Das Wasser lieh auch zahlreichen Mühlen seine
Kraft. Die Mühlen dienten auch oder ausschließlich
als Sägewerke zur Weiterverarbeitung der Stämme
zu Brettern und Balken. Viele dieser Zeitzeugen
sind verschwunden oder bestehen als Gasthäuser
und Pensionen weiter. Eine Wanderung entlang
der Kirnitzsch von der Böhmischen Grenze bis Bad
Schandau ist eine Begegnung mit einem verges-
senen Stück Geschichte des Elbsandsteingebirges.
Aufgrund der Streckenlänge empfiehlt sich eine
Aufteilung in zwei Tagesetappen.
Mühlenwanderung:
Etappe 1
Die erste Etappe der Wanderung beginnt in Hin-
terhermsdorf. Der malerische Ort ist gut mit öf-
fentlichen Verkehrsmitteln von Sebnitz und Bad
Schandau zu erreichen. über die Neudorfstraße
führt der Weg zum Mönchstein mit seinem mar-
kanten Felsüberhang. Rechterhand folgt nach etwa
150 Metern die Mündung des Heidelbaches in die
Kirnitzsch. Ein kleines Stück die Kirnitzsch aufwärts
befand sich früher die sogenannte Brettmühle
(Ersterwähnung 1547).
Gegenüber der Mündung des Heidelbaches stand
bis 1948 die Böhmische Mühle. Der Lehnrichter und
Förster Hanß Hohlfeld aus Hinterhermsdorf errich-
tete sie 1583 auf böhmischer Flur. 1836 erneuert,
brannte sie jedoch bereits 27 Jahre später nieder.
1903 wurde das Anwesen zum Restaurant mit Frem-
denzimmern. Diese erfolgreiche Ära endete erst
mit der Vertreibung der letzten Wirtsleute 1945.
Nur 200 Meter flussabwärts befindet sich die
Niedermühle. Sie ist die erste erhalten gebliebene
Mühle auf der Wanderung. Sie entstand vermutlich
CZ
CZ
Elbe
Dresden
Děčín
(Tetschen)
Pirna
Bad Schandau Kirnitzschtal
Hinterhermsdorf
Neustadt
Radeberg
Bad Gottleuba-
Berggießhübel
Stolpen
Sebnitz
Königstein
Foto: Frank Exß
Foto: Bernd Grundmann
Foto: Bernd Grundmann
Foto: Rico Richter
1...,27,28,29,30,31,32,33,34,35,36 38,39,40,41,42,43,44,45,46,47,...132
Powered by FlippingBook