Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 20

Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
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NATURWUNDER
Unscheinbare Schätze
Weißtanne im Polenztal:
Sensible Riesin
Wer durch den tief eingeschnittenen ca
~
non des
Polenztales bei Hohnstein wandert, wird neben den
dort wachsenden Fichten und Kiefern einen wei-
teren Nadelbaum entdecken, der uns durch seine
hell-silberne Rinde und flache, an der Spitze meist
eingekerbte und flache Nadeln auffällt. Hier be-
findet sich eines der größten Tannenvorkommen
in der Sächsischen Schweiz mit über 200 Alttannen.
Die Tanne war in den Berglagen sowie in den Schluch-
ten der Sächsischen Schweiz früher als Mischbau-
mart – nicht in Beständen! – verbreitet und besaß
einen weit höheren Flächenanteil. Die Ursachen
für das in den letzten 150 Jahren rasch voran-
schreitende »Tannensterben« sind vielfältig und
komplex, der entscheidende Grund aber war die Ein-
führung der Hochwaldwirtschaft auf Fichte seit
1750 mit den dazu notwendigen Kahlschlägen,
welche infolge einer weiteren Bodenversauerung
und eines veränderten Bestandsklimas tannen-
feindlich wirkten.
Riesenfichte in der Kirnitzschklamm:
Sachsens größte
Die Fichte ist eine europäische Bergwaldart, die
nur in den höheren Lagen vorkommt. In der Säch-
sischen Schweiz befinden sich die wenigen natürli-
chen Vorkommen der Fichte in den kühlen Schluch-
ten (Nicht zu verwechseln mit der Forstfichte).
Die größte Fichte in der Sächsischen Schweiz, es
ist auch gleichzeitig die größte in Sachsen und eine
der größten in Mitteleuropa, steht in der Kirnitzsch-
klamm bei Hinterhermsdorf am Fuße der Wolfs-
schlucht, nur wenige Meter von der Kirnitzsch
entfernt in einer Höhe von nur 250 Meter NN. Sie
ist im Jahr 2002 60,3 Meter hoch gewesen und hat
einen Durchmesser von 1,46 Meter. Ihr Alter be-
trägt etwa 400 Jahre und sie wächst noch immer
zu. Ihr Gesundheitszustand ist gut und sie trägt
bis jetzt fast in jedem Jahr noch 200 Zapfen.
Buchenwälder auf dem Großen Winterberg:
Alte Familie
Der Große Winterberg ist bekannt für seine Bu-
chenwälder, die eine Fläche von 175 Hektar ein-
nehmen und damit der viertgrößte Bestand in
Sachsen sind. über die Hälfte davon sind krautrei-
che Buchenwälder, welche eine sehr artenreiche
Bodenflora mit etwa 40 Arten von Laubwaldpflan-
zen besitzen. Am Westhang gibt es zwei sehr alte
Waldbestände, die sich rechts und links der Po-
blätzschwände befinden. Der Waldbestand am Berg-
steig ist 188 Jahre alt und der Bestand nördlich
FLORA IM ELBSANDSTEINGEBIRGE
Luchs, Biber, Lachs, Schwarzstorch, Eisvogel und Siebenschläfer sind die großen Berühmtheiten des
Elbsandsteingebirges. Doch auch die Pflanzenwelt hält Spektakuläres parat. Holm Riebe, Referent für
Arten- und Biotopschutz bei der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz, stellt zehn botanische
Raritäten in der Region vor, die man kennen sollte.
Foto: Frank Exß
Foto: Frank Strohbach
Weißtanne
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