Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 120

Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
NAcHBARN
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Das Jubiläum ist ein schöner Anlass, die Werke eines
der größten Meister des deutschen Barock zu besuchen –
in Dresden und in der Sächsischen Schweiz.
Z
wischen Elbsandsteinen zu flanieren
ist wunderschön – in der Sächsischen
Schweiz sowieso, aber auch in Dresden.
Zu akkuraten Quadern geschnitten, zu
üppigen Putten gemeißelt, zu prächtigen Bauten
zusammengesetzt, bewährt sich der Sandstein hier
seit Jahrhunderten als Speichermedium für säch-
sisches Kulturerbe (siehe auch Artikel »Ein Bild von
einem Stein«, S. 106 ff.).
Auch das Wahrzeichen der sächsischen Haupt-
stadt besteht aus Sandstein: die Frauenkirche.
Der 1734 geweihte Bau ist das Hauptwerk des ba-
rocken Architekten George Bähr (1666–1738),
dessen Geburtstag sich 2016 zum 350. Mal jährt.
Silhouette und Stadtbild sind heute ohne die
charakteristische Kuppel kaum mehr vorstellbar.
Dabei ist es erst zehn Jahre her, dass der Wieder-
aufbau des Gotteshauses abgeschlossen wurde.
Zuvor mahnte der nach der Bombardierung im
Zweiten Weltkrieg eingestürzte Kirchenbau über
Jahrzehnte als dunkle Ruine.
Längst hatte die Natur begonnen, sich den
Trümmerberg aus mehreren Zehntausend Tonnen
Sandstein zurückzuerobern, als die Wende kam und
damit die chance, den Traum vom Wiederaufbau
Wirklichkeit werden zu lassen. über 100.000 Spen-
der aus der ganzen Welt haben das Projekt ermög-
licht. Die Frauenkirche wurde so zu einem Symbol
für Frieden, Freundschaft, Versöhnung, Zivilcourage
und Solidarität. Seitdem sprüht Bährs Meisterstück
wieder vor Leben – mit Gottesdiensten, Konzerten,
Vorträgen, Führungen und mehr.
Auch in der Sächsischen Schweiz hat George
Bähr Spuren hinterlassen. Die Hohnsteiner Stadt-
kirche entstand zwischen 1724 und 1728. Zuvor
hatte Bähr gemeinsam mit den Dresdner Baumeis-
tern Fehre und Dünnebier den Bau der König-
steiner Marienkirche geleitet, die im Innern nach
einem Brand später jedoch klassizistisch neu ge-
staltet wurde. Diese und zahlreiche weitere Got-
teshäuser in Sachsen und darüber hinaus, erinnern
an den Genius des protestantischen Kirchenbaus,
der in der Krypta der Frauenkirche seine letzte Ru-
hestätte gefunden hat.
350 Jahre George Bähr
DRESDEN
Marienkirche in Königstein
Hohnsteiner Stadtkirche
Foto: Frank Exß
Foto: Bernd Grundmann
Foto: © digi_dresden – Fotolia.de
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