Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 117

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Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
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KULTUR
Festung Königstein gGmbH
01824 Königstein, Tel. 035021 64607
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 9–18 Uhr,
November bis März: täglich 9–17 Uhr
Kontakt
Schon die 2015 eröffnete Dauerausstellung »In lapide regis – Auf dem Stein
des Königs. 800 Jahre Leben auf der Festung Königstein« ist Grund genug, das
spektakuläre Bauwerk wieder einmal zu besuchen. In 33 Räumen des Torhauses
und der Streichwehr beeindruckt die neue Ausstellung mit faszinierenden
Objekten und anschaulich aufbereiteten Informationen zur Geschichte des
Königsteins. Zusätzlich widmet sich 2016 eine Sonderausstellung dem eins-
tigen Kloster auf dem Tafelberg: 1516 war es von Herzog Georg, einem zeit-
lebens strenggläubigen Katholiken, gestiftet worden. Dazu hatte er 12 Mönche
aus dem cölestinerkloster auf dem Berg Oybin, das bereits seit 1369 bestand,
ins Elbsandsteingebirge kommen lassen. Doch der neuen Mönchsgemein-
schaft auf dem Königstein war kein langer Bestand beschieden. Dies lag nicht
nur an den geringen Einkünften des Klosters. 1517 veröffentlichte Martin Luther
seine 95 Thesen gegen Missstände in der katholischen Kirche. Die reforma-
torischen Gedanken breiteten sich rasch aus und machten auch vor Kloster-
mauern nicht halt. Bereits 1523 floh der Prior des Klosters, Johannes Mantel,
nach Wittenberg. Dort studierte er Theologie, wurde Diakon und entwickelte
sich zu einem engagierten Verbreiter der lutherischen Lehre. Nach und nach
verließen auch die anderen Mönche das Königsteiner Kloster, sodass es bereits
1524 wieder aufgelöst wurde. Die Sonderausstellung auf dem Königstein ge-
denkt der Gründung des einstigen »Klosters des Lobes der Wunder Mariae«
vor 500 Jahren. Sie ordnet es in die sächsische Klosterlandschaft jener Zeit ein,
erläutert die Besonderheiten des Ordens der cölestiner, erzählt die Geschich-
te des Klosters und schließt mit seiner Auflösung. Nur wenige Relikte künden
heute noch von dem früheren Bauwerk, darunter einige Stufen des zum Klos-
ter führenden »Herzogsweges« und die heute zugemauerte Klosterpforte.
Mönche auf
dem Königstein
Am Heiligen Abend des Jahres 1716 wurde unter strengster Bewachung eine
der berühmtesten Frauen Sachsens auf die Landesfestung Stolpen gebracht.
Anna constantia von cosel, neun Jahre lang »Gemahlin zur Linken« Augusts
des Starken und Mutter dreier seiner Kinder, hatte die Gunst des Monarchen
verloren und ihm die Rückgabe eines geheimen schriftlichen Eheverspre-
chens verweigert. Ihre Widersetzlichkeit wurde der Gräfin zum Verhängnis:
49 Jahre lang – bis zu ihrem Tode im Jahr 1765 – musste die Gräfin in stren-
ger Isolation innerhalb der Festungsmauern verbringen. Dabei hatte sie kei-
nesfalls jene unmenschlichen Haftbedingungen zu erdulden, denen mancher
Gefangene vor ihr in den kalten und finsteren Kellerverliesen der Burg aus-
gesetzt war. Sie bewohnte mehrere Räume des Fürstenhauses und wurde
standesgemäß versorgt. Heute informiert eine Ausstellung auf drei Etagen
im Johannis-(cosel-)Turm über die faszinierende Geschichte ihres Lebens
und über Legenden, die sich im Laufe der Jahrhunderte um ihr Schicksal ge-
bildet haben. Authentische Porträtgemälde, Brief-Faksimiles, zeitgenössi-
sches Mobiliar, diverse Andenken-Objekte, Bücher und Filme sowie eine Fülle
von Sachinformationen bringen die Persönlichkeit der Gräfin nahe. Doch
nicht nur ihretwegen lohnt sich ein Besuch der trutzigen Wehranlage auf
dem Stolpener Basaltkegel: Thematische Ausstellungen präsentieren unter-
schiedliche Aspekte der achthundertjährigen Historie der Burg, die im Besitz
von Bischöfen, Kurfürsten und Königen gewesen war; Türme bieten weite
Ausblicke ins Stolpener Land und im Kellerlabyrinth kann man sogar dem
Burggeist Basaltus begegnen. Auch das idyllische Städtchen Stolpen direkt
unterhalb der Burg ist einen entspannenden Bummel wert.
Burg Stolpen lässt
SIE nicht los!
Kontakt
Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH
Burg Stolpen
Schlossstraße 10, 01833 Stolpen
Tel. 035973 23410, Fax 035973 23419
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 10–18 Uhr
November bis März: Di.–So. 10–16 Uhr (witterungsbedingt)
Fotos: Festung Königstein gGmbH
Foto: Burg Stolpen/Frank Höhler
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