Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz 2016 - page 116

Sächsische Schweiz
Ihr Urlaubsmagazin 2016
KULTUR
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Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH
Barockgarten Großsedlitz
Parkstraße 85, 01809 Heidenau
Tel. 03529 56390, Fax 03529 563999
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 8–18 Uhr
November bis März geschlossen
Kontakt
Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH
Schloss Weesenstein
Am Schlossberg 1, 01809 Müglitztal
Tel. 035027 6260, Fax 035027 62628
d-sachsen.de
e
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 10–18 Uhr,
November bis März: Di.–So. 10–16 Uhr
Kontakt
Der Barockgarten Großsedlitz ist nicht nur wegen seiner faszinierend kunst-
und abwechslungsreichen Gestaltung, seiner Wasserspiele und seiner Skulp-
turen berühmt. Er besitzt auch eine einzigartige Tradition in Bezug auf die
Haltung von Orangen. Seine beiden repräsentativen Orangerien und sein
großer Bestand an Bitterorangen (Pomeranzen) suchen weithin ihresgleichen.
Jedes Jahr ziehen die stets an einemWochenende imMai stattfindenden Säch-
sischen Zitrustage Liebhaber exotischer Pflanzen nach Großsedlitz, wo Aus-
stellungen die große Vielfalt von Zitrussorten präsentieren und man Pflanzen,
Geräte und Literatur zur eigenen Kultivierung der wertvollen Gewächse er-
werben kann. Zurzeit widmet man sich in Großsedlitz zusätzlich einer Aufgabe,
deren Ergebnis in naher Zukunft das Erscheinungsbild des Dresdner Zwingers
verändern wird. Das weltbekannte Bauwerk Pöppelmanns war ursprünglich
eine architektonische Kulisse für höfische Feste; seine zuerst entstandenen
Galerien und Pavillons auf der Wallseite dienten damals als Orangerien. Oran-
genbäume galten im Barockzeitalter als Inbegriff kostbar-exotischer Flora;
ihre Haltung war an den europäischen Fürstenhöfen Mode und Statussymbol.
Um einen Teil der einstigen Anmutung des Zwingerhofes wiederherstellen zu
können, lassen die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen nun im
Barockgarten Großsedlitz 80 aus Italien stammende Bitterorangenbäumchen
kultivieren. Sie stehen Kübeln, die nach historischem Vorbild gestaltet sind;
für ihre aufwendige Pflege sorgt ein Orangeur. Bis 2017 sollen die Bäumchen im
Dresdner Zwinger Platz gefunden haben. Mit finanziellen Spenden verbun-
dene Patenschaften für jedes einzelne helfen, die hohen Kosten zu decken.
Interessierte Baumpaten werden weiterhin gesucht!
Orangen für
den Zwinger
»Sammler sind glückliche Menschen«, soll Goethe gesagt haben. Auch auf
Schloss Weesenstein kannte man die Leidenschaft, interessante und schöne
Dinge zusammenzutragen, zu ordnen und zu präsentieren. Je nach Zeitgeist
und Neigung sammelten die Schlossherren Gegenstände unterschiedlichster
Art: Kunstwerke und Möbel, Jagdutensilien und Reiseandenken, Bücher und
naturhistorisch bedeutsame Objekte. Einige von ihnen sind in der Daueraus-
stellung des Schlosses zu sehen, doch viele Sammlungsschätze schlummern
noch in Depots oder werden in Sammlungen außerhalb Weesensteins bewahrt.
Ausgewählte Teile dieser Bestände zu restaurieren, zusammenzuführen und
der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist das Ziel von Ausstellungen, die
sich zwischen Frühjahr 2016 und Herbst 2018 dem Thema Sammeln in Adels-
schlössern der Region widmen werden. In der 800-jährigen Weesensteiner
Schlossgeschichte gab es einige bemerkenswerte Sammler – von Vertretern
der Familie von Bünau über Johann Jacob von Uckermann bis zu König
Johann und Prinz Johann Georg von Sachsen. Ihrer Vorstellung gilt eine erste
Schau, die im Frühjahr 2016 eröffnet werden soll; später folgen Präsentatio-
nen zu bestimmten inhaltlichen Schwerpunkten wie dem Festkreis des Jahres.
Die Ausstellungen korrespondieren mit thematisch ähnlich gearteten im
Schloss Děčín in Böhmen, die sich den einst umfangreichen Sammlungen der
Familie von Thun widmen werden. So lassen sich Gemeinsamkeiten, aber
auch regionale Besonderheiten des Sammelns bei Adligen in der Region er-
kennen. Es lohnt sich also, öfter einmal in den Schlössern vorbeizuschauen,
denn selbst Kenner der Museen werden immer wieder Neuem begegnen!
Weesensteiner
Sammlungsschätze
Foto: Barockgarten Großsedlitz
Foto: Peter Pappritz
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